Max Benz

Geschäftsführer und Gründer

Max Benz hat einen Master of Science-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Technischen Universität Dresden und ist Geschäftsführer und Gründer von girokonto.io, einer Marke der LBC Finance UG. Er liebt es, alle Daten über Girokonten zusammenzutragen, um so die besten Girokonten zu vergleichen und zu finden.

Was ist eine Lastschrift?

Max Benz Geschäftsführer und Gründer
Aktualisiert am 7 Min. Lesezeit
Was ist eine Lastschrift?

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Lastschrift ist eine SEPA-Zahlung, bei der du dem Zahlungsempfänger per Mandat erlaubst, einen Betrag direkt von deinem Konto abzubuchen.
  • Bei einer gültigen SEPA-Basislastschrift kannst du der Abbuchung 8 Wochen lang ohne Angabe von Gründen widersprechen.
  • Fehlt ein Mandat oder ist es ungültig, hast du sogar 13 Monate Zeit, um dein Geld zurückzuholen.
  • Eine Rücklastschrift kostet meist ein paar Euro, die dir der Zahlungsempfänger in Rechnung stellen darf, wenn dein Konto nicht gedeckt war.

Miete, Streaming-Abo, Versicherung: Viele wiederkehrende Zahlungen laufen in Deutschland per Lastschrift. Du unterschreibst einmal ein Mandat. Danach bucht der Anbieter den fälligen Betrag automatisch ab. Praktisch, aber nur, wenn du deine Rechte kennst und weißt, wo die Fristen laufen.

Dieser Ratgeber erklärt, wie das SEPA-Lastschriftverfahren funktioniert. Du erfährst, was ins Mandat gehört, wie lange du eine Abbuchung zurückholen kannst und wie sich die Lastschrift vom Dauerauftrag und vom früheren Abbuchungsauftrag unterscheidet.

Was ist eine Lastschrift?

Eine Lastschrift ist eine Zahlungsmethode, bei der nicht du selbst überweist, sondern der Zahlungsempfänger den fälligen Betrag aktiv von deinem Konto abbucht. Damit das erlaubt ist, brauchst du vorher ein SEPA-Lastschriftmandat, mit dem du den Einzug ausdrücklich genehmigst.

Seit der SEPA-Umstellung läuft in Deutschland und im gesamten europäischen Zahlungsraum nur noch ein einheitliches Verfahren: die SEPA-Lastschrift. Die früher gebräuchliche Einzugsermächtigung und der Abbuchungsauftrag sind dadurch technisch abgelöst, auch wenn beide Begriffe im Alltag noch vorkommen.

Banken kennen zwei Varianten. Private Verbraucher nutzen die SEPA-Basislastschrift, etwa für Miete, Handyvertrag oder Vereinsbeiträge. Unternehmen bleibt dagegen die SEPA-Firmenlastschrift vorbehalten, die das Rückgaberecht deutlich stärker einschränkt, weil beide Seiten geschäftlich handeln.

Wie läuft eine SEPA-Lastschrift ab?

Der Ablauf beginnt mit deiner Unterschrift unter das SEPA-Lastschriftmandat, das du dem Zahlungsempfänger online oder auf Papier gibst. Danach zieht dieser Gläubiger den vereinbarten Betrag zum fälligen Termin über seine Bank ein, und deine Bank bucht ihn automatisch ab deinem Konto ab.

Vor der ersten Abbuchung muss dich der Gläubiger mindestens 14 Tage im Voraus über Betrag und Termin informieren, die sogenannte Vorabankündigung oder Pre-Notification. Ihr könnt euch aber auf eine kürzere Frist einigen, wenn das im Mandat oder Vertrag ausdrücklich vereinbart ist.

Ist dein Konto am Fälligkeitstag nicht ausreichend gedeckt, lehnt deine Bank die Abbuchung ab. Das führt zu einer Rücklastschrift, die für dich zusätzliche Kosten und im schlimmsten Fall eine Mahnung durch den Gläubiger nach sich zieht.

Was unterscheidet Erst- und Folgelastschrift?

Die Erstlastschrift ist die erste Abbuchung, die ein Gläubiger nach Erteilung eines neuen SEPA-Mandats vornimmt. Alle weiteren, regelmäßig wiederkehrenden Abbuchungen im Rahmen desselben Mandats heißen Folgelastschrift, etwa die monatliche Miete oder der jährliche Versicherungsbeitrag.

Technisch unterscheiden Banken die Sequenztypen FRST (erste Lastschrift), RCUR (Folgelastschrift), OOFF (einmalige Lastschrift) und FNAL (letzte Lastschrift einer Reihe). Für dich als Zahlerin oder Zahler ändert sich dabei nichts an deinen Widerspruchsrechten, die für jede einzelne Abbuchung gleich gelten.

Mehr zu Fristen, Mandatsverwaltung und typischen Gebühren bei wiederkehrenden Abbuchungen liest du im Ratgeber zur Folgelastschrift.

Was muss im SEPA-Lastschriftmandat stehen?

Ein gültiges SEPA-Lastschriftmandat braucht deine IBAN, deine Unterschrift, den Namen und die Gläubiger-Identifikationsnummer des Zahlungsempfängers sowie eine eindeutige Mandatsreferenz. Diese Referenz ordnet jede Abbuchung eindeutig deinem konkreten Mandat zu.

Ohne diese Angaben ist ein Lastschrifteinzug nicht rechtmäßig autorisiert. Genau das ist der Grund, warum dir bei einer fehlenden oder ungültigen Autorisierung eine deutlich längere Widerspruchsfrist zusteht als bei einer regulären, korrekt erteilten Lastschrift.

Ein einmal erteiltes Mandat bleibt gültig, bis du es widerrufst oder es durch fehlende Nutzung erlischt. In der Praxis gilt: Wird 36 Monate lang keine Lastschrift mehr auf Basis eines Mandats eingezogen, erlischt es automatisch.

Wie lange kannst du einer Lastschrift widersprechen?

Bei einer SEPA-Basislastschrift mit gültigem Mandat kannst du der Abbuchung innerhalb von 8 Wochen nach der Kontobelastung widersprechen, und zwar ohne jede Begründung. Deine Bank bucht dir den Betrag dann zurück, du musst nur mitteilen, welche Lastschrift betroffen ist.

Lag der Abbuchung kein gültiges Mandat zugrunde, etwa weil es widerrufen, gefälscht oder nie erteilt wurde, verlängert sich die Frist auf 13 Monate ab dem Belastungsdatum. Diese lange Frist schützt dich vor unautorisierten Abbuchungen, die du erst spät bemerkst.

Bei der SEPA-Firmenlastschrift gilt das nicht: Unternehmen räumen sich hier gegenseitig kein einfaches Rückgaberecht ein, weshalb diese Variante ausschließlich im B2B-Geschäft genutzt wird.

Für den Widerspruch reicht in der Regel ein Anruf oder eine Nachricht im Online-Banking bei deiner eigenen Bank, nicht beim Zahlungsempfänger. Notiere dir vorsichtshalber Datum, Betrag und den Namen des Gläubigers, damit die Zuordnung schnell klappt.

Was kostet eine Rücklastschrift?

Platzt eine Lastschrift, weil dein Konto nicht gedeckt war, spricht man von einer Rücklastschrift. Deine Bank darf dir dafür keine eigene Bearbeitungsgebühr in Rechnung stellen, das hat der Bundesgerichtshof bereits vor Jahren entschieden.

Der Gläubiger darf dir jedoch die ihm tatsächlich entstandenen Bankkosten weiterberechnen. In der Praxis bewegen sich diese Rücklastschriftgebühren meist im Bereich von wenigen Euro bis knapp 15 Euro, abhängig vom Preisverzeichnis der beteiligten Banken. Frag im Zweifel direkt beim Gläubiger nach der genauen Höhe, bevor du zahlst.

Zusätzlich kann eine geplatzte Lastschrift eine Mahnung mit eigenen Mahngebühren nach sich ziehen. Ein einzelner Vorfall führt aber normalerweise nicht zu einem Schufa-Eintrag, das passiert erst, wenn die Forderung unbezahlt bleibt und ein gerichtliches Verfahren folgt.

Lastschrift, Dauerauftrag und Abbuchungsauftrag im Vergleich

Diese drei Begriffe werden oft durcheinandergebracht, meinen aber unterschiedliche Dinge. Wer die Anweisung gibt und wer den Betrag festlegt, macht den entscheidenden Unterschied.

Bei der Lastschrift erteilst du dem Zahlungsempfänger die Erlaubnis, Geld abzubuchen. Die Kontrolle über Betrag und Zeitpunkt liegt beim Empfänger, solange sich beide Seiten an das Mandat halten. Das eignet sich für Rechnungen mit wechselnder Höhe, etwa Stromabschläge oder Telefonrechnungen.

Beim Dauerauftrag gibst du selbst als Kontoinhaber deiner Bank die Anweisung, in festen Abständen einen gleichbleibenden Betrag an einen bestimmten Empfänger zu überweisen. Du behältst die volle Kontrolle, kannst aber nicht automatisch auf schwankende Rechnungsbeträge reagieren. Typisch dafür sind Miete oder Sparraten.

Der Abbuchungsauftrag war die Vorgängerform der heutigen SEPA-Firmenlastschrift und wurde vor allem im Geschäftsverkehr genutzt. Anders als bei der klassischen Einzugsermächtigung konntest du eine bereits erfolgte Abbuchung hier nicht ohne Weiteres zurückholen. Seit der SEPA-Umstellung läuft dieses Verfahren technisch über die Firmenlastschrift.

MerkmalLastschriftDauerauftrag
Wer gibt die AnweisungZahlungsempfänger, per Mandat autorisiertKontoinhaber selbst
Betragkann schwankenfest, gleichbleibend
Widerrufsfrist8 Wochen (Mandat) bzw. 13 Monate (ohne Mandat)jederzeit änderbar oder löschbar
Typischer EinsatzStrom, Telefon, VersicherungMiete, Sparplan

Vor- und Nachteile des Lastschriftverfahrens

Der größte Vorteil der Lastschrift ist der Komfort: Einmal das Mandat erteilt, musst du dich um nichts mehr kümmern und verpasst keine Zahlungsfrist mehr. Zusätzlich profitierst du von der 8-Wochen-Frist, mit der du eine fehlerhafte oder ungewollte Abbuchung problemlos rückgängig machen kannst.

Der Nachteil liegt in der Kontrolle: Da der Empfänger den Betrag festlegt, kann eine falsch berechnete oder doppelte Abbuchung dein Konto kurzfristig überziehen. Wer sein Konto nicht regelmäßig prüft, bemerkt einen Fehler oft erst nach der Belastung.

Für Unternehmen ist die Lastschrift vor allem wegen der planbaren Liquidität attraktiv, da wiederkehrende Zahlungen automatisiert und pünktlich eingehen. Das reduziert den Aufwand fürs Mahnwesen deutlich gegenüber Rechnungen, die Kundinnen und Kunden manuell überweisen müssen.

Häufige Fragen zur Lastschrift

Kann ich eine Lastschrift stoppen, bevor sie abgebucht wird?

Ja, du kannst eine angekündigte Lastschrift vor dem Fälligkeitstag bei deiner Bank sperren lassen, wenn du rechtzeitig Bescheid gibst. Nach der Buchung bleibt dir immer noch die reguläre Widerspruchsfrist von 8 Wochen.

Braucht jede Lastschrift ein neues Mandat?

Nein, ein einmal erteiltes SEPA-Mandat gilt für alle Folgelastschriften desselben Gläubigers, bis du es widerrufst oder es nach 36 Monaten ohne Nutzung erlischt. Nur eine komplett neue Vertragsbeziehung braucht ein neues Mandat.

Was passiert, wenn ich einer Lastschrift ohne Mandat widerspreche?

Deine Bank schreibt dir den Betrag gut, sobald du innerhalb von 13 Monaten nach der Belastung widersprichst. Der Gläubiger muss den Anspruch dann direkt gegenüber dir klären, weil die Bank nur die Kontobewegung rückgängig macht.

Ist eine SEPA-Firmenlastschrift für Privatpersonen nutzbar?

Nein, die Firmenlastschrift ist ausschließlich Unternehmen vorbehalten und setzt voraus, dass beide Seiten geschäftlich handeln. Privatpersonen nutzen immer die SEPA-Basislastschrift mit dem vollen 8-Wochen-Widerspruchsrecht.

Kostet der Widerspruch gegen eine Lastschrift etwas?

Nein, der Widerspruch selbst ist für dich kostenlos, egal ob du innerhalb von 8 Wochen oder innerhalb von 13 Monaten widersprichst. Kosten entstehen erst, wenn eine Lastschrift mangels Kontodeckung als Rücklastschrift zurückgeht.

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Max Benz hat einen Master of Science-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Technischen Universität Dresden und ist Geschäftsführer und Gründer von girokonto.io, einer Marke der LBC Finance UG. Er liebt es, alle Daten über Girokonten zusammenzutragen, um so die besten Girokonten zu vergleichen und zu finden.