Max Benz

Geschäftsführer und Gründer

Max Benz hat einen Master of Science-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Technischen Universität Dresden und ist Geschäftsführer und Gründer von girokonto.io, einer Marke der LBC Finance UG. Er liebt es, alle Daten über Girokonten zusammenzutragen, um so die besten Girokonten zu vergleichen und zu finden.

Wie viel Geld sollte man auf dem Girokonto haben?

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Max Benz

Gründer von girokonto.io

Das Wichtigste in Kürze

  • Angestellte sollten 2 bis 3 Nettomonatsgehälter als Notgroschen auf dem Girokonto halten, Selbstständige 4 bis 6.
  • Zu viel Geld auf dem Girokonto zu lassen kostet Kaufkraft, weil das Girokonto keine oder kaum Zinsen zahlt und Inflation den Wert mindert.
  • Geld, das über den Puffer hinausgeht, gehört auf ein Tagesgeldkonto, Festgeld oder in einen ETF-Sparplan.

Wie viel Geld auf dem Girokonto sinnvoll ist, hängt von deiner persönlichen Situation ab. Als Faustregel gilt 2025: 2 bis 3 Nettomonatsgehälter als finanzieller Puffer für unerwartete Ausgaben. Dieser Artikel zeigt, wie du den richtigen Betrag für deine Lage berechnest, warum zu viel Geld auf dem Girokonto ein Nachteil ist und wohin das überschüssige Geld besser gehört.

Wie viel Geld sollte man auf dem Girokonto haben?

Die Empfehlung von Finanzexperten variiert je nach Beschäftigungssituation. Angestellte mit regelmäßigem Einkommen brauchen weniger Puffer als Selbstständige, deren Einnahmen schwanken können.

PersonengruppeEmpfohlener PufferGrund
Angestellte2–3 NettomonatsgehälterStabiles Einkommen, planbare Ausgaben
Selbstständige / Freiberufler4–6 NettomonatsgehälterUnregelmäßiges Einkommen, kein Kurzarbeitergeld
Schüler / Studenten / Azubisca. 1.000 EuroGeringe Einnahmen, kleiner Startpuffer reicht

Der Puffer deckt Ausgaben ab, die außerplanmäßig anfallen, zum Beispiel eine Autoreparatur, ein neues Haushaltsgerät oder unerwartete Arztrechnungen. Er ist nicht dazu gedacht, dauerhaft auf dem Girokonto zu bleiben.

Warum ist zu viel Geld auf dem Girokonto schlecht?

Viele Menschen parken mehr Geld auf dem Girokonto als nötig. Das ist bequem, aber teuer: Das Girokonto zahlt in der Regel keine Zinsen, während Inflation die Kaufkraft des Geldes Jahr für Jahr mindert. Wer zum Beispiel 10.000 Euro dauerhaft auf dem Girokonto liegen lässt, verliert bei einer Inflationsrate von 2,5 Prozent jährlich rund 250 Euro an realem Wert.

Dazu kommt das Risiko von Verwahrentgelten: Einige Banken berechnen bei hohen Kontoguthaben einen Negativzins. Das betrifft zwar nicht mehr alle Institute, aber es lohnt sich, die Konditionen deiner Bank zu prüfen.

Die Lösung ist nicht, weniger Geld zu haben, sondern es besser zu platzieren: Der Notgroschen bleibt auf dem Girokonto, alles darüber hinaus wird aktiv angelegt.

Wohin mit dem Geld, das über den Puffer hinausgeht?

Sobald der Notgroschen steht, gibt es je nach Zeithorizont und Risikobereitschaft drei sinnvolle Möglichkeiten, überschüssiges Geld zu platzieren.

Tagesgeld

Ein Tagesgeldkonto eignet sich für Geld, das du kurzfristig abrufen möchtest, aber nicht täglich brauchst. Es verzinst dein Guthaben, ist täglich verfügbar und durch die europäische Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro pro Bank und Kunde abgesichert. Das Geld ist nicht auf dem Girokonto, aber innerhalb von ein bis zwei Banktagen verfügbar.

Festgeld

Festgeld ist die richtige Wahl, wenn du in den nächsten 6 bis 24 Monaten eine größere Ausgabe planst, zum Beispiel einen Urlaub, ein Auto oder eine Renovierung. Das Kapital ist für die gewählte Laufzeit gebunden, dafür sind die Zinsen von Anfang an garantiert. Die Einlagensicherung gilt auch hier bis zu 100.000 Euro.

ETFs und Wertpapiere

Für Geld, das du mindestens 5 bis 10 Jahre nicht brauchst, eignet sich ein ETF-Sparplan. Die langfristigen Renditechancen sind historisch gesehen höher als bei Tagesgeld oder Festgeld. Wichtig: Wertpapiere fallen nicht unter die Einlagensicherung, und kurzfristige Kursverluste sind möglich. Investiere deshalb nur Geld, das du auf lange Sicht entbehren kannst.

Wann lohnt es sich, mit dem Sparen anzufangen?

Mit dem Sparen anzufangen lohnt sich so früh wie möglich. Die beste Phase dafür ist der Berufseinstieg: stabiles Einkommen, noch überschaubare Fixkosten und genug Zeit, um den Puffer schrittweise aufzubauen.

LebensphaseAlterEmpfehlung
Ausbildung / Studium16–24Kleinen Puffer aufbauen, ca. 500–1.000 Euro als Startreserve
Berufseinstieg25–34Beste Phase: Puffer auf 2–3 Nettomonatsgehälter ausbauen
Familienphase35–44Höhere Ausgaben; Puffer trotzdem priorisieren, Überschuss anlegen
Einkommenspeak45–54Puffer sollte stehen; Überschüsse langfristig investieren
Vorruhestand55–64Umschichten: sichere Anlagen bevorzugen, Risiko reduzieren
Rente65+Rücklagen sollten etabliert sein; Girokonto deckt laufende Ausgaben

Wie legst du schrittweise Geld beiseite?

Der zuverlässigste Weg, einen Puffer aufzubauen, ist ein Dauerauftrag: automatisch nach dem Gehaltseingang einen festen Betrag auf ein Tagesgeldkonto überweisen. Was du nicht siehst, gibst du nicht aus.

  1. Einnahmen und Ausgaben prüfen – Schau dir drei Monate Kontoauszüge an oder nutz eine Banking-App, um dein Sparpotenzial zu ermitteln.
  2. 50-30-20-Regel anwenden – Teile dein Nettoeinkommen auf: 50 Prozent für Fixkosten wie Miete und Versicherungen, 30 Prozent für Freizeit und variable Ausgaben, 20 Prozent zum Sparen.
  3. Dauerauftrag einrichten – Überweise den Sparbetrag am ersten Werktag nach dem Gehaltseingang automatisch auf dein Tagesgeldkonto. Wer das manuell macht, spart meistens weniger.
  4. Sonderzahlungen direkt sparen – Bonus, Steuererstattung oder Urlaubsgeld gehören komplett auf das Sparkonto, nicht ins laufende Budget.
  5. Puffer erreicht? Rest langfristig anlegen – Sobald der Notgroschen vollständig ist, fließen die monatlichen 20 Prozent in einen ETF-Sparplan oder Festgeld.

Fazit

Das Girokonto ist kein Sparkonto. Halte 2 bis 3 Nettomonatsgehälter als Notgroschen auf dem Girokonto, Selbstständige 4 bis 6. Alles darüber verliert durch Inflation an Kaufkraft und sollte auf ein Tagesgeldkonto, Festgeld oder in einen ETF-Sparplan fließen. Mit einem Dauerauftrag und der 50-30-20-Regel lässt sich das schrittweise, ohne großen Aufwand, umsetzen.


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