Direktbanken: Anbieter, Kosten und Vorteile
Zuletzt aktualisiert: 16.05.2026
Direktbanken erlauben dir, Bankgeschäfte bequem von zu Hause aus zu erledigen, was speziell die Eröffnung und Führung eines Girokontos vereinfacht. Wir haben 19 Direktbanken verglichen und die besten sind comdirect Girokonto Aktiv, 1822direkt GiroDirekt und norisbank Top-Girokonto. In diesem Artikel erfährst du, worauf du bei der Auswahl einer Online-Bank achten solltest, wie die Kontoeröffnung funktioniert, welche Kosten anfallen können und welche Vor- und Nachteile Internetbanken mit sich bringen. Zudem werden häufig gestellte Fragen rund um das Thema beantwortet, um dir bei deiner Entscheidung zu helfen.
Alle Inhalte dieses Artikels:
Was ist eine Direktbank?
Eine Direktbank ist ein Finanzinstitut, das Bankgeschäfte ohne physische Filialen anbietet. Im Gegensatz zu traditionellen Banken, die persönliche Beratung in Filialen vor Ort bieten, ermöglichen Direktbanken ihren Kunden, alle Transaktionen digital über das Internet oder telefonisch zu erledigen. Diese Art der Bank zeichnet sich durch geringere Gebühren und komfortablen, zeitunabhängigen Zugang zu Bankdienstleistungen aus. Direktbanken bieten eine Reihe von Finanzprodukten an, darunter Girokonten, Tagesgeldkonten, Festgeldkonten sowie Kredit- und Anlageprodukte.
Beste Direktbanken im Vergleich (Mai 2026)
Wir haben 19 Direktbanken verglichen und dabei haben es die folgenden 5 Konten in unsere Übersicht im Mai geschafft:
- comdirect Girokonto Aktiv
- 1822direkt GiroDirekt
- norisbank Top-Girokonto
- C24 Smart
- comdirect Girokonto Extra
comdirect Girokonto Aktiv

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1822direkt GiroDirekt
norisbank Top-Girokonto
C24 Smart
comdirect Girokonto Extra

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| Ja |
Folgende Girokonten haben wir ebenfalls verglichen: comdirect Girokonto Plus, DKB Kostenloses Girokonto, ING Girokonto, norisbank Girokonto Plus, C24 Plus, ING Girokonto, C24 Max, bunq bunq Elite, bunq bunq Pro, N26 Smart, N26 Go, N26 Metal, N26 Standard und bunq bunq Core.
Wie unterscheiden sich Direktbanken von Filialbanken?
Direktbanken arbeiten ohne Filialnetz. Alle Bankgeschäfte laufen über App, Online-Banking oder Telefon, was ihnen erlaubt, deutlich niedrigere Gebühren zu verlangen als klassische Filialbanken. Filialbanken tragen die Kosten für Miet-, Personal- und Infrastrukturaufwand – diese Kosten landen über höhere Kontogebühren bei den Kunden.
Das Filialnetz schrumpft ohnehin: 2024 gab es in Deutschland nur noch 17.870 Bankfilialen, rund 44 Prozent weniger als 2017. Allein die großen Privatbanken haben in diesem Zeitraum mehr als ein Drittel ihrer Standorte geschlossen. Direktbanken wurden durch diesen Trend nicht geschwächt, sie waren von Anfang an auf digitale Abwicklung ausgelegt.
| Merkmal | Direktbank | Filialbank |
|---|---|---|
| Kontoführungsgebühren | Oft kostenlos | Meist 5–15 € pro Monat |
| Beratung | Telefonisch, Chat, Video | Persönlich vor Ort |
| Bargeld abheben | Partner-Automaten | Eigene Automaten |
| Kontoeröffnung | Online, meist per Video-Ident | In der Filiale |
| Zinsen und Konditionen | Häufig wettbewerbsfähiger | Oft höhere Gebühren |
Worauf sollte ich bei der Wahl der richtigen Direktbank achten?
Die wichtigsten Kriterien beim Vergleich sind Kontogebühren, Kartenausstattung, Bargeldversorgung, Dispozinsen und die Qualität der Banking-App. Keines dieser Merkmale allein entscheidet, aber zusammen zeigen sie, ob ein Konto wirklich zu deiner Situation passt.
Kontoführungsgebühren
Viele Direktbanken führen das Konto kostenlos, knüpfen das aber an Bedingungen: ING, DKB und comdirect verlangen zum Beispiel einen monatlichen Geldeingang von mindestens 700–1.000 Euro oder setzen eine Altersgrenze bis 28 Jahre. N26 und C24 Smart bieten wirklich bedingungslos kostenlose Konten. Achte genau auf diese Konditionen, denn ohne Mindesteingang wird bei manchen Anbietern eine Grundgebühr von 4,50–4,90 Euro pro Monat fällig.
Kartenausstattung
Ob du eine Girocard, eine Debitkarte oder eine echte Kreditkarte bekommst, hängt stark vom Anbieter ab. comdirect und norisbank liefern optional eine Girocard dazu. N26 und bunq setzen ausschließlich auf Mastercard-Debitkarten. Wenn dir die Girocard wichtig ist, zum Beispiel für Zahlung an Supermarktkassen ohne Fremdwährungsaufschlag, schließ N26 und bunq damit aus der engeren Auswahl aus.
Bargeld abheben und einzahlen
comdirect-Kunden heben weltweit kostenlos an Visa-Automaten ab. norisbank-Kunden nutzen die Cash Group, zu der auch Deutsche-Bank-Automaten gehören. DKB und ING ermöglichen Abhebungen über ihr Kreditkarten- bzw. Visanetz. Bargeld einzahlen ist bei Direktbanken oft das größere Problem: Viele Anbieter kooperieren mit Viacash (in Edeka-, Rewe- und Penny-Märkten) oder mit Reisebank-Filialen. Die Gebühren dafür unterscheiden sich deutlich.
Dispozinsen
Direktbanken haben keine einheitlichen Dispozinsen. C24 liegt mit 7,49–11,49 % p.a. je nach Nutzung im mittleren Bereich, N26 berechnet 8,9 %, comdirect 8,65 % und norisbank 10,50 %. Der Dispo sollte keine dauerhafte Lösung sein, aber ein klarer Zinssatz ist ein wichtiges Transparenzmerkmal.
App und Online-Banking
Die Banking-App ist bei Direktbanken das zentrale Interface. N26 und bunq gelten technisch als besonders ausgereift, comdirect und DKB bieten solide Apps mit breitem Funktionsumfang. Achte auf Echtzeit-Überweisungen, Budgetplanung, Unterkonten und Mobile-Payment-Unterstützung, wenn dir diese Funktionen wichtig sind.
Welche Finanzprodukte bieten Direktbanken an?
Das Produktangebot von Direktbanken entspricht dem klassischer Filialbanken, läuft aber ausschließlich digital ab. Die gängigsten Produkte:
- Girokonto: Für den täglichen Zahlungsverkehr, Überweisungen, Daueraufträge und Bargeldabhebungen.
- Tagesgeld- und Festgeldkonto: comdirect zahlt aktuell bis zu 3 % p.a. für 6 Monate, norisbank 2,50 % p.a. auf dem Top-Zinskonto. Diese Konten lassen sich meist ohne Zusatzkosten neben dem Girokonto führen.
- Wertpapierdepot: ING, comdirect und DKB bieten eigene Depots an. Die Kostenstruktur variiert; kostenlose Depots mit günstigen Ordergebühren sind bei Direktbanken eher die Regel als die Ausnahme.
- Ratenkredit und Baufinanzierung: Direktbanken wie comdirect oder norisbank vergeben Kredite. Die Antragstellung läuft vollständig online, oft mit Sofortentscheidung.
- Dispokredit: Abhängig von deiner Bonität räumen die meisten Direktbanken eine Kontoüberziehungsmöglichkeit ein. Die Zinsen dafür sind oben genannt.
Wie eröffne ich ein Konto bei einer Direktbank?
Die Kontoeröffnung bei einer Direktbank dauert in der Regel 10–15 Minuten und läuft komplett online ab. Du brauchst dazu Personalausweis oder Reisepass, eine gültige E-Mail-Adresse und ein Smartphone für die Identifizierung.
- Direktbanken vergleichen und das passende Konto auswählen.
- Online-Antrag auf der Website oder in der App ausfüllen: Name, Adresse, Steuer-ID, Beschäftigungsstatus.
- Identität bestätigen, meist per Video-Ident (ca. 5 Minuten, läuft über einen Dienstleister wie WebID oder IDnow) oder alternativ per Post-Ident in einer Postfiliale.
- Konto wird aktiviert, Kontonummer und IBAN per E-Mail oder App zugestellt. Die Karte kommt per Post, meist innerhalb von 5–10 Werktagen.
Nicht-EU-Bürger mit Aufenthaltstitel können bei den meisten Direktbanken ebenfalls ein Konto eröffnen. Einige Anbieter wie bunq führen keine SCHUFA-Prüfung durch, was für Personen mit eingeschränkter Bonität relevant ist.
Welche Kosten fallen für Konten bei Direktbanken an?
Für Direktbanken fallen folgende Gebühren für Kontoführung und Karten an:
| Girokonto | Kontoführungsgebühren | Girocard | Debitkarte | Kreditkarte |
|---|---|---|---|---|
| comdirect Girokonto Aktiv | 0 € | 1 € | 0 € | 1,90 EUR |
| 1822direkt GiroDirekt | 0 € | 0 € | - | 3 Euro |
| norisbank Top-Girokonto | 3,90 EUR | 0 EUR | 0 EUR | 0 EUR |
| C24 Smart | 0 € | 0 € | 0 € | - |
| comdirect Girokonto Extra | 2,90 € | 1 € | 0 € | 0 € |
Vor- und Nachteile von Direktbanken
Direktbanken sind für die meisten Nutzer günstiger als Filialbanken, verlangen aber digitale Eigenverantwortung. Die Vor- und Nachteile im Überblick:
Vorteile
- Kostenfreies oder günstiges Konto
- Hohe Flexibilität, 24/7 verfügbar
- Oft attraktive Willkommensboni (bis zu 120 €)
- Kostenlose Tagesgeld- und Depotkonten
- Starke Banking-Apps mit Echtzeit-Überweisungen
- Breite Bargeldversorgung über Partner-Automaten
Nachteile
- Keine persönliche Beratung vor Ort
- Bargeld einzahlen oft aufwendig oder gebührenpflichtig
- Setzt grundlegende Digitalaffinität voraus
- Manche Kassen akzeptieren keine Debitkarte (nur Girocard)
Was sollte ich noch über Direktbanken wissen?
Welche Direktbank ist die beste?
Laut unserem Test sind die besten 5 Direktbanken: das comdirect Girokonto Aktiv, das 1822direkt GiroDirekt, das norisbank Top-Girokonto, das C24 Smart und das comdirect Girokonto Plus.
| Girokonto | Bewertung |
|---|---|
| comdirect Girokonto Aktiv | 4.5 ★★★★☆ |
| 1822direkt GiroDirekt | 4.3 ★★★★☆ |
| norisbank Top-Girokonto | 4.3 ★★★★☆ |
| C24 Smart | 4.3 ★★★★☆ |
| comdirect Girokonto Plus | 4.2 ★★★★☆ |
Was macht Online-Banking bei Direktbanken besonders?
Direktbanken investieren stark in ihre digitalen Oberflächen, weil das Banking ausschließlich dort stattfindet. Echtzeit-Überweisungen, Push-Benachrichtigungen bei jeder Transaktion, automatische Ausgabenkategorisierung und mobile Zahlung per Apple Pay oder Google Pay gehören bei den meisten etablierten Anbietern zum Standard. Viele Apps bieten außerdem Unterkonten oder Sparfunktionen direkt in der Benutzeroberfläche.
Was ist der Unterschied zwischen Direktbanken und Neobanken?
Direktbanken haben in der Regel eine vollständige Banklizenz, führen das Konto als Vollbanken und bieten ein breites Produktportfolio: Giro, Spar, Kredit, Depot. Neobanken wie N26 oder bunq sind rein app-basiert und setzen oft stärker auf Drittanbieter-Integrationen und flexible Kontomodelle. Die Grenze verschwimmt, aber klassische Direktbanken wie comdirect, DKB oder ING haben eine längere Erfolgsgeschichte und breitere Produktpaletten.
Bieten alle Direktbanken gebührenfreie Girokonten an?
Nicht alle Direktbanken bieten ein bedingungslos kostenloses Girokonto. N26 Standard, C24 Smart und bunq Core sind Ausnahmen, bei denen keine Konditionen für die kostenfreie Kontoführung gelten. comdirect, ING, DKB und norisbank knüpfen die Kostenfreiheit an Mindestgeldeingänge oder ein Mindestalter.
Sind Direktbanken sicher?
Ja. Alle in Deutschland zugelassenen Direktbanken unterliegen der BaFin-Aufsicht und sichern Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Kunde durch die gesetzliche Einlagensicherung ab. Zusätzlich empfehlen Verbraucherschützer: keine Zugangsdaten weitergeben, öffentliches WLAN für Banking meiden und die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Phishing-E-Mails im Namen von Banken sind ein bekanntes Angriffsmuster, das Banking-Apps per Push-Verifizierung weitgehend umgehen.
Sind alle Direktbanken nachhaltig?
Nein. Die meisten Direktbanken sind auf Kosteneffizienz ausgerichtet, nicht auf ökologische oder ethische Standards. Ausnahmen sind spezialisierte Institute wie GLS Bank oder UmweltBank, die in nachhaltige Projekte investieren und bestimmte Branchen gezielt meiden. Diese zählen aber eher zur Nische.
Gibt es bei Direktbanken einen Dispokredit?
Ja. Die meisten Direktbanken räumen auf Anfrage oder automatisch einen Dispokredit ein, abhängig von Bonität und Geldeingang. comdirect, norisbank und DKB bieten Konten mit sofort verfügbarem Dispo an. Die Zinsen liegen je nach Anbieter zwischen 7,49 % und 10,50 % p.a. Dauerhaftes Überziehen ist teuer und kein Ersatz für einen Ratenkredit.
Welche Direktbanken bieten Unterkonten an?
N26 erlaubt bis zu 10 Unterkonten (sogenannte Spaces), C24 bietet sie ebenfalls an. bunq ist in dieser Hinsicht besonders flexibel und ermöglicht mehrere eigenständige Konten unter einem Account. Unterkonten helfen beim Sparen nach Kategorien, zum Beispiel für Urlaub, Notgroschen oder laufende Ausgaben.
Häufige Fragen rund um Direktbanken
Wie sicher sind Direktbanken?
Gibt es Direktbanken, die kostenlose Girokonten bieten?
Gibt es Direktbanken, die keine SCHUFA-Prüfung durchführen?
Kann ich bei Direktbanken Bargeld einzahlen und abheben?
Kann ich Geld bei einer Direktbank anlegen?
Bieten Direktbanken Kredite an?
Über den Autor:
Max Benz hat einen Master of Science-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Technischen Universität Dresden und ist Geschäftsführer und Gründer von girokonto.io, einer Marke der LBC Finance UG. Er liebt es, alle Daten über Girokonten zusammenzutragen, um so die besten Girokonten zu vergleichen und zu finden.


