Max Benz

Geschäftsführer und Gründer

Max Benz hat einen Master of Science-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Technischen Universität Dresden und ist Geschäftsführer und Gründer von girokonto.io, einer Marke der LBC Finance UG. Er liebt es, alle Daten über Girokonten zusammenzutragen, um so die besten Girokonten zu vergleichen und zu finden.

Was ist eine Folgelastschrift?

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Max Benz

Gründer von girokonto.io

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Folgelastschrift ist jede SEPA-Abbuchung, die nach der Erstlastschrift auf Basis desselben Mandats erfolgt (Sequenztyp RCUR, 2 Bankarbeitstage Vorlauf).
  • Das SEPA-Lastschriftmandat erlischt automatisch, wenn es über 36 Monate nicht genutzt wird.
  • Autorisierte Lastschriften können innerhalb von 8 Wochen ohne Angabe von Gründen zurückgebucht werden, nicht autorisierte innerhalb von 13 Monaten.
  • Für Verbraucher fallen bei autorisierten Folgelastschriften in der Regel keine eigenen Gebühren an.
  • Eine einzelne Rücklastschrift führt nicht zu einem SCHUFA-Eintrag. Erst ein gerichtliches Mahnverfahren kann das ändern.

Was ist eine Folgelastschrift?

Eine Folgelastschrift ist jede wiederkehrende Abbuchung, die nach einer erfolgreichen Erstlastschrift im Rahmen eines SEPA-Lastschriftmandats erfolgt. Kein erneutes Zutun nötig. Sie wird für regelmäßige Zahlungen wie Abonnements, Miete oder Versicherungsbeiträge genutzt, bei denen der Zahlungsempfänger den Einzug automatisch veranlasst.

Der Zahlungsempfänger zieht das Geld aktiv vom Konto des Zahlers ein. Dafür braucht er ein gültiges SEPA-Lastschriftmandat, das der Kunde einmalig erteilt und das dauerhaft gilt, sofern es regelmäßig genutzt wird. Ab diesem Zeitpunkt laufen alle Folgeabbuchungen automatisch. Kein weiterer Aufwand.

Voraussetzung ist ein SEPA-Lastschriftmandat. Es erlaubt dem Gläubiger, Beträge direkt vom Konto des Schuldners einzuziehen. Ohne gültiges Mandat scheitert jede Abbuchung.

Wie unterscheidet sich eine Folgelastschrift von Erst-, Einmal- und Letztlastschrift?

Der Unterschied zu anderen SEPA-Sequenztypen liegt im Platz innerhalb der Abbuchungsreihenfolge. Vier Typen sind möglich, jeder mit eigenem Vorlauf:

SequenztypBedeutungVorlauf
FRSTErstlastschrift: erster Einzug eines neuen Mandats5 Geschäftstage
RCURFolgelastschrift: jede folgende Abbuchung2 Geschäftstage
OOFFEinmallastschrift: einmalige, nicht wiederkehrende Zahlung5 Geschäftstage
FNALLetztlastschrift: letzte Abbuchung einer Serie2 Geschäftstage

Ist eine Folgelastschrift dasselbe wie ein Dauerauftrag?

Beides sind Instrumente für wiederkehrende Zahlungen. Der Unterschied: Pull vs. Push. Bei einer Lastschrift zieht der Zahlungsempfänger das Geld aktiv vom Konto des Zahlungspflichtigen ein, auf Basis eines vom Kunden erteilten SEPA-Mandats. Auch variable Beträge lassen sich so problemlos einziehen. Bei einem Dauerauftrag beauftragt der Zahlungspflichtige seine Bank, regelmäßig einen festen Betrag an einen bestimmten Empfänger zu überweisen. Volle Kontrolle beim Kunden, keine Zahlungsgarantie für den Empfänger.

Was ist eine Folgelastschrift?

Die rechtliche Grundlage: Das SEPA-Lastschriftmandat

Das SEPA-Lastschriftmandat ist die rechtliche Grundlage jeder Folgelastschrift. Es ist eine schriftliche Erlaubnis des Zahlers an den Zahlungsempfänger, Geld vom Bankkonto einzuziehen. Ohne gültiges Mandat keine Abbuchung. Das Mandat muss Pflichtangaben wie Gläubiger-ID und Mandatsreferenz enthalten und kann schriftlich oder elektronisch mit qualifizierter Signatur erteilt werden.

Welche Rolle spielen Gläubiger-ID und Mandatsreferenz?

Zwei Nummern sorgen dafür, dass jede SEPA-Lastschrift eindeutig zuzuordnen ist. Jedes Unternehmen braucht eine 18-stellige Gläubiger-Identifikationsnummer, um Lastschriften einziehen zu dürfen. Vergeben wird sie in Deutschland ausschließlich und kostenlos von der Deutschen Bundesbank. Hinzu kommt die Mandatsreferenz: eine vom Gläubiger selbst vergebene Kennung für ein bestimmtes Mandat. Zusammen ermöglichen beide Nummern die exakte Zuordnung jeder Abbuchung. Auf dem Kontoauszug müssen beide erscheinen.

Wie lange ist ein SEPA-Mandat gültig?

Ein SEPA-Mandat gilt unbefristet, solange es genutzt wird. Bleibt es 36 Monate lang ohne Einzug, erlischt es automatisch. Die 36-Monats-Frist läuft ab dem Datum der letzten Abbuchung und verlängert sich mit jeder neuen Buchung. Nach dem Erlöschen muss ein neues Mandat eingeholt werden.

Welche Vor- und Nachteile haben Folgelastschriften?

Folgelastschriften sind für beide Seiten eine effiziente Lösung. Kunden zahlen in der Regel keine eigenen Gebühren, Unternehmen sparen gegenüber Kreditkarten erheblich. Ein paar Punkte lohnen sich trotzdem zu kennen.

Welche Vorteile habe ich als Kunde?

Bei autorisierten Folgelastschriften fallen für Verbraucher in der Regel keine eigenen Gebühren an. Nach einmaliger Erteilung des SEPA-Mandats laufen alle Abbuchungen automatisch, ohne dass du Fristen im Blick behalten musst. Das schützt vor versäumten Zahlungen und den damit verbundenen Mahngebühren.

Du behältst trotzdem die Kontrolle: Das 8-Wochen-Widerspruchsrecht bei autorisierten Lastschriften und die 13-Monate-Frist bei unautorisierten Abbuchungen sichern dich ab. Mandatsreferenz und Gläubiger-ID auf dem Kontoauszug machen jede Abbuchung nachvollziehbar. Regelmäßige, vorhersehbare Beträge erleichtern außerdem die persönliche Budgetplanung.

Welche Vorteile haben Unternehmen durch Lastschriften?

Folgelastschriften senken den Verwaltungsaufwand erheblich. Statt monatliche Rechnungen zu verschicken und Zahlungseingänge manuell zu prüfen, läuft der Einzug automatisch. Das stabilisiert den Cashflow und macht die Umsatzplanung verlässlicher.

Dazu kommt der Kostenunterschied zu Kreditkarten. SEPA-Lastschriften kosten 0,10 bis 0,35 Euro pro Abbuchung. Kreditkarten nehmen dagegen typischerweise 2 bis 3 Prozent des Umsatzes, was bei Abonnementmodellen mit vielen monatlichen Buchungen schnell einen erheblichen Betrag ergibt. SEPA-Lastschriften decken außerdem den gesamten Zahlungsverkehr im SEPA-Raum mit 36 Ländern ab.

Was ist der Unterschied zwischen B2C- und B2B-Lastschriften?

Rückgaberechte und Prüfverfahren trennen B2C- von B2B-Lastschriften. Bei der SEPA-Basislastschrift (B2C/CORE) können Privatpersonen und Unternehmen innerhalb von 8 Wochen ohne Angabe von Gründen zurückbuchen. Nicht autorisierte Abbuchungen können sogar 13 Monate lang zurückgegeben werden. Anders bei der SEPA-Firmenlastschrift (B2B): Hier gibt es nach Einlösung kein Recht auf Rückbuchung einer autorisierten Zahlung. Dafür prüft die Bank des zahlungspflichtigen Unternehmens jedes Mandat vorab, was zusätzliche Sicherheit bietet. B2B ist ausschließlich im Unternehmensverkehr zugelassen.

Seit November 2016 gilt für beide Lastschriftarten eine Vorlagefrist von einem Geschäftstag vor Fälligkeit. Buchungstermine sind damit verlässlich planbar. Scheitert eine Abbuchung, fallen Rücklastschriftgebühren an, meist zwischen 3 und 8,75 Euro. Das kann die Kostenvorteile gegenüber Kreditkarten teilweise aufwiegen.

Wie richte ich als Unternehmen den Einzug von Folgelastschriften ein?

Als Unternehmen kannst du den Einzug von Folgelastschriften in vier wesentlichen Schritten einrichten. Zunächst musst du eine Gläubiger-Identifikationsnummer bei der Deutschen Bundesbank beantragen, dann eine Inkassovereinbarung mit deiner Hausbank abschließen, gültige SEPA-Lastschriftmandate von deinen Kunden einholen und schließlich die Lastschriften unter Einhaltung der Fristen einreichen.

Schritt 1: Gläubiger-Identifikationsnummer beantragen. Jedes Unternehmen, das Lastschriften einziehen möchte, benötigt eine eindeutige 18-stellige Gläubiger-ID. Diese wird in Deutschland ausschließlich und kostenlos von der Deutschen Bundesbank vergeben. Der Antrag kann nur rein elektronisch über die Webseite der Bundesbank gestellt werden.

Schritt 2: Inkassovereinbarung mit der Hausbank abschließen. Du musst mit deiner Geschäftsbank einen Vertrag über den Einzug von Forderungen durch SEPA-Lastschriften abschließen. Mit diesem Vertrag wird die Bank ermächtigt, die von dir eingereichten Lastschriftdateien zu verarbeiten. Du sicherst der Bank im Gegenzug zu, nur für Lastschriften mit gültigem Mandat einen Einzug zu veranlassen.

Schritt 3: Gültiges SEPA-Lastschriftmandat einholen. Vor dem ersten Einzug musst du vom Kunden ein schriftliches oder elektronisch mit qualifizierter Signatur versehenes SEPA-Lastschriftmandat einholen. Dieses Mandat muss deine Gläubiger-ID sowie eine von dir vergebene, eindeutige Mandatsreferenz enthalten.

Schritt 4: Lastschrift einreichen und Fristen beachten. Vor dem Fälligkeitstermin muss der Kunde per Vorabinformation über den Betrag und das Datum des Einzugs informiert werden. Die Standardfrist hierfür beträgt 14 Tage, kann aber vertraglich verkürzt werden. Die Lastschriftdatei selbst muss unter Einhaltung der Vorlauffrist bei der Bank eingereicht werden: einen Bankarbeitstag vor Fälligkeit für beide Lastschriftarten.

Was ist die Vorabankündigung bei einer SEPA-Lastschrift?

Vor jedem Einzug muss der Zahlungsempfänger den Zahler informieren. Diese Pflicht heißt Vorabankündigung (Pre-Notification). Sie muss vier Angaben enthalten: genauen Betrag, Fälligkeitsdatum, Gläubiger-ID und Mandatsreferenz. So hat der Zahler Zeit, die Abbuchung zu prüfen und für Kontodeckung zu sorgen.

14 Kalendertage vor Fälligkeit ist die gesetzliche Standardfrist. Vertraglich lässt sich das auf fünf Tage oder weniger kürzen, was in der Praxis häufig so gehandhabt wird. Bei wiederkehrenden Lastschriften mit gleichem Betrag und Termin reicht eine einzige Ankündigung vor dem ersten Einzug aus, solange sie alle künftigen Termine auflistet. Zugestellt werden kann per Rechnung, Brief, E-Mail oder SMS.

Wie kann ich eine Folgelastschrift zurückgeben?

Autorisierte Lastschriften kannst du innerhalb von 8 Wochen nach der Kontobelastung ohne Angabe von Gründen zurückgeben. Bei nicht autorisierten Abbuchungen beträgt die Frist 13 Monate. Ein formloser Antrag bei deiner Bank genügt, der Betrag wird dann wieder gutgeschrieben.

Das Zurückbuchen einer Lastschrift ist straflos, wenn es aus berechtigtem Grund erfolgt, etwa bei einer Doppelabbuchung, einem unautorisierten Einzug oder einem Buchungsfehler. Kein Anlass zur Sorge bei echten Fehlern. Problematisch wird es, wenn die Leistung korrekt erbracht wurde. Eine unberechtigte Rückbuchung kann dann als Betrugsversuch ausgelegt werden und zu Mahngebühren oder einer Vertragskündigung führen.

Was ist der Unterschied zwischen Widerruf des SEPA-Mandats und Kündigung des Vertrags?

Ein Mandatswiderruf ist nicht dasselbe wie eine Vertragskündigung. Mit dem Widerruf erlischt nur die Einzugserlaubnis des Zahlungsempfängers. Vertragsrechte und Zahlungspflichten bleiben bestehen. Ab dem Widerruf musst du die geschuldeten Beträge selbst überweisen oder per Dauerauftrag zahlen. Kommt das nicht pünktlich, drohen Mahngebühren und Verzugszinsen. Formell genügt eine schriftliche Erklärung gegenüber dem Zahlungsempfänger, ohne Frist.

Was passiert, wenn eine Folgelastschrift fehlschlägt?

Schlägt die Abbuchung fehl, spricht man von einer Rücklastschrift. Kein Geld fließt. Ursache ist meistens fehlende Kontodeckung, seltener ein widerrufenes Mandat oder ein geschlossenes Konto. Die Bank des Zahlers lehnt die Abbuchung ab und meldet das der Bank des Zahlungsempfängers. Für die Rückgabe stellt sie eine Gebühr in Rechnung.

Die tatsächlichen Bankgebühren darf der Gläubiger weitergeben. Typisch sind 3 Euro, maximal 8,75 Euro je nach Bank. Pauschalen deutlich darüber sind in der Regel unzulässig. Hinzu kommen kann eine Mahngebühr für den Aufwand, üblicherweise bis 2,50 Euro.

Eine einzelne Rücklastschrift führt nicht automatisch zu einem negativen Schufa-Eintrag. Ein solcher Eintrag droht erst, wenn der Gläubiger ein gerichtliches Mahnverfahren einleitet. Die Voraussetzungen dafür sind streng: Die Forderung muss unbestritten sein, der Schuldner muss mindestens zweimal schriftlich gemahnt worden sein, zwischen der ersten Mahnung und der Meldung müssen mindestens vier Wochen liegen, und die Meldung an die Schufa muss in einer der Mahnungen angekündigt worden sein.

Fazit

Folgelastschriften eignen sich für alle regelmäßigen Zahlungen, bei denen der Betrag gleichbleibt oder variiert: Miete, Versicherungen, Strom, Abonnements. Wenn du feste Beträge immer zum gleichen Termin überweisen willst, ist ein Dauerauftrag die Alternative, die du selbst kontrollierst. Für einmalige Transaktionen bieten SEPA-Echtzeitüberweisungen oder die Einmallastschrift (OOFF) die passendere Lösung.


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