Was bedeutet SWIFT?
Was ist SWIFT?
SWIFT ist ein weltweites, sicheres Nachrichtennetzwerk, über das Banken und andere Finanzinstitute Zahlungsaufträge und andere Finanzdaten austauschen. Die Abkürzung steht für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication, gegründet 1973 als Genossenschaft nach belgischem Recht. Wichtig für das Verständnis: SWIFT verschiebt selbst kein Geld. Das Netzwerk übermittelt lediglich die standardisierte Nachricht mit dem Zahlungsauftrag zwischen den beteiligten Banken, die eigentliche Verbuchung übernehmen anschließend die Banken selbst oder Zahlungssysteme wie TARGET2.
Jede Bank, die am SWIFT-Netzwerk teilnimmt, lässt sich über einen eindeutigen Code identifizieren, den Business Identifier Code, kurz BIC. Im Alltag wird dieser Code meist als SWIFT-Code oder BIC-Code bezeichnet, beide Begriffe meinen dasselbe. Ohne diesen Code weiß keine Bank, an welches Institut sie eine Nachricht schicken soll. Innerhalb Deutschlands merkt man davon meist wenig, außerhalb des SEPA-Raums ist der Code dagegen oft unverzichtbar.

Wie ist ein SWIFT/BIC-Code aufgebaut?
Ein SWIFT/BIC-Code besteht aus 8 oder 11 Zeichen, die sich in vier feste Abschnitte gliedern. Die ersten vier Zeichen stehen für den Bankcode, meist eine Kurzform des Institutsnamens. Danach folgen zwei Buchstaben für den Ländercode, zum Beispiel DE für Deutschland. Die nächsten zwei Zeichen geben den Ort oder die Region des Hauptsitzes an. Fehlen weitere Zeichen, gilt automatisch die Hauptniederlassung. Nur bei elfstelligen Codes kommen drei zusätzliche Zeichen hinzu, die stattdessen eine bestimmte Filiale oder Abteilung markieren.
- Zeichen 1 bis 4: Bankcode, meist eine Abkürzung des Institutsnamens
- Zeichen 5 und 6: Ländercode nach ISO-Norm, zum Beispiel DE, AT oder CH
- Zeichen 7 und 8: Ortscode, verweist auf den Sitz der Bank
- Zeichen 9 bis 11 (optional): Filialcode für eine bestimmte Niederlassung
Diese feste Struktur ist der Grund, warum ein SWIFT-Code weltweit eindeutig bleibt. Zwei Banken können nicht denselben Code tragen, selbst wenn sie im gleichen Land sitzen.
Wo finde ich meinen SWIFT/BIC-Code?
Den eigenen SWIFT/BIC-Code findest du an mehreren Stellen, ohne dass du dafür deine Bank anrufen musst. Am schnellsten steht er auf der Bankkarte direkt neben der IBAN oder im Kontoauszug im Kopfbereich. Alternativ liegt er im Online-Banking meist unter den Kontodetails oder den Angaben zur IBAN. Falls du keinen dieser Belege zur Hand hast, hilft die BIC-Suche auf der Website deiner Bank oder eine kurze Nachricht an den Kundenservice weiter.
SWIFT, BIC, IBAN und SEPA: Was ist der Unterschied?
IBAN und SWIFT/BIC sind nicht dasselbe, sie identifizieren unterschiedliche Dinge. Die IBAN kennzeichnet dein konkretes Konto, der SWIFT/BIC-Code dagegen die Bank selbst. Bei einer Überweisung innerhalb des SEPA-Raums, also der EU und einiger weiterer europäischer Länder, reicht heute meist die IBAN allein aus, da die Systeme der Banken den zugehörigen BIC automatisch ermitteln.
Anders sieht es bei Überweisungen außerhalb des SEPA-Raums aus, etwa in die USA, nach Großbritannien nach dem Brexit oder nach Asien. Hier verlangen die meisten Banken zusätzlich zur IBAN oder Kontonummer den SWIFT/BIC-Code, damit die Nachricht über das SWIFT-Netzwerk zur richtigen Bank findet. Wer regelmäßig SEPA-Überweisungen ins europäische Ausland tätigt, kommt in der Regel ohne SWIFT-Code aus, wer dagegen Geld in Drittstaaten schickt, sollte den Code griffbereit haben.
Für schnelle Zahlungen innerhalb Deutschlands und Europas lohnt sich außerdem ein Blick auf die Echtzeitüberweisung, die Geld innerhalb von Sekunden statt Tagen überträgt. Mehr zur klassischen SEPA-Überweisung und zum Aufbau der IBAN findest du in den passenden Ratgebern zur SEPA-Überweisung und zur IBAN.
Wie funktioniert eine Überweisung über SWIFT?
Der Ablauf beginnt im Online-Banking: Du gibst den Namen des Empfängers, den Betrag und den SWIFT/BIC-Code seiner Bank ein. Deine Bank erstellt daraus eine standardisierte Nachricht, häufig im Format MT103, und schickt sie über das geschützte SWIFT-Netzwerk an die Bank des Empfängers. Haben beide Banken kein direktes Konto zueinander, springt üblicherweise eine Korrespondenzbank als Zwischenstation ein und leitet die Zahlung weiter.
Dieser Weg über eine oder mehrere Zwischenstationen ist auch der Grund, warum SWIFT-Überweisungen oft länger dauern und teurer sind als SEPA-Zahlungen. Allerdings legt jede Bank ihre konkreten Gebühren und Bearbeitungszeiten selbst fest und veröffentlicht sie im eigenen Preisverzeichnis. Ein pauschaler Wert lässt sich seriös nicht nennen, auch wenn viele Vergleichsseiten das gerne suggerieren. Bei Fragen zu Kosten oder Dauer einer konkreten Überweisung lohnt sich deshalb immer ein Blick in die aktuellen Konditionen der eigenen Bank.
Häufig gestellte Fragen zu SWIFT
Was ist der SWIFT bei der Bank?
Der SWIFT bei einer Bank bezeichnet meist den SWIFT/BIC-Code, also den Code, der das Institut international eindeutig identifiziert. Er wird gebraucht, wenn Geld über das SWIFT-Netzwerk zwischen Banken in unterschiedlichen Ländern verschickt wird.
Sind IBAN und SWIFT das Gleiche?
Nein, IBAN und SWIFT sind nicht das Gleiche, sie identifizieren unterschiedliche Ebenen einer Überweisung. Die IBAN steht für ein einzelnes Konto, der SWIFT/BIC-Code für die Bank dahinter, und innerhalb des SEPA-Raums reicht meist die IBAN allein.
Brauche ich für jede Auslandsüberweisung einen SWIFT-Code?
Nicht bei jeder Auslandsüberweisung ist ein SWIFT-Code nötig, innerhalb des SEPA-Raums genügt in der Regel die IBAN. Außerhalb des SEPA-Raums, etwa bei Zahlungen in die USA oder nach Asien, verlangen die meisten Banken den SWIFT/BIC-Code zusätzlich zur Kontonummer.
Wie lange dauert eine SWIFT-Überweisung?
Wie lange eine SWIFT-Überweisung dauert, hängt von der Anzahl der beteiligten Korrespondenzbanken und den beteiligten Ländern ab, oft sind es ein bis mehrere Werktage. Genaue Zeiten und Gebühren nennt dir am zuverlässigsten das aktuelle Preisverzeichnis deiner eigenen Bank.
Über den Autor:
Max Benz hat einen Master of Science-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Technischen Universität Dresden und ist Geschäftsführer und Gründer von girokonto.io, einer Marke der LBC Finance UG. Er liebt es, alle Daten über Girokonten zusammenzutragen, um so die besten Girokonten zu vergleichen und zu finden.