Was ist Krankengeld?
Krankengeld ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die Arbeitnehmer erhalten, wenn sie länger als sechs Wochen arbeitsunfähig erkrankt sind. In den ersten sechs Wochen zahlt der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung in voller Höhe. Ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit springt die Krankenkasse ein und zahlt Krankengeld - maximal 78 Wochen pro Erkrankung innerhalb von drei Jahren.
Wer hat Anspruch auf Krankengeld?
Anspruch auf Krankengeld haben alle gesetzlich versicherten Arbeitnehmer, die wegen Krankheit arbeitsunfähig sind. Voraussetzung ist eine ärztliche Krankschreibung (AU-Bescheinigung). Privat Versicherte, Beamte und Selbstständige erhalten kein gesetzliches Krankengeld - sie müssen sich privat absichern (Krankentagegeldversicherung). Minijobber haben grundsätzlich keinen Krankengeldanspruch, weil sie keine Beiträge zur Krankenversicherung zahlen.
Wann beginnt das Krankengeld?
Das Krankengeld beginnt, sobald die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber endet, also in der Regel ab dem 43. Krankheitstag. Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, für die ersten sechs Wochen (42 Tage) einer Erkrankung den vollen Lohn weiterzuzahlen. Besteht kein Anspruch auf Lohnfortzahlung - etwa bei selbstständigen nebenberuflichen Tätigkeiten - kann Krankengeld bereits ab dem dritten Krankheitstag gezahlt werden.
Krankengeld berechnen: Formel und Beispiele
Das Krankengeld berechnet sich aus dem Regelentgelt, also dem durchschnittlichen Bruttoarbeitsentgelt der letzten vier Wochen vor der Arbeitsunfähigkeit. Das folgende Diagramm zeigt das monatliche Krankengeld netto bei verschiedenen Bruttogehältern 2026.

Berechnungsformel
Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des Bruttoarbeitsentgelts, höchstens jedoch 90 Prozent des Nettoarbeitsentgelts. Maßgeblich ist das Regelentgelt, das aus den letzten vier Abrechungswochen (vier Wochen oder einem Monat) errechnet wird.
Schritt 1: Bruttogehalt der letzten vier Wochen / 28 = tägliches Regelentgelt
Schritt 2: Tägliches Krankengeld brutto = Regelentgelt x 70 % (maximal 90 % Netto)
Schritt 3: Tägliches Krankengeld netto = brutto minus Sozialversicherungsbeiträge (ca. 11 %)
Schritt 4: Monatliches Krankengeld = tägliches Krankengeld netto x 30
Maximales Krankengeld 2026
Das Krankengeld ist nach oben begrenzt. Die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung liegt 2026 bei 5.812,50 Euro/Monat. Das maximale tägliche Krankengeld brutto beträgt daher: 5.812,50 Euro / 30 Tage x 70 % = 135,63 Euro/Tag. Das maximale tägliche Krankengeld netto (nach Abzug von ca. 11 % Sozialversicherung) liegt bei rund 121 Euro/Tag oder rund 3.621 Euro/Monat.

Beispielrechnung
| Schritt | Beispiel: 4.000 Euro Brutto/Monat | Ergebnis |
|---|---|---|
| Regelentgelt/Tag | 4.000 / 30 | 133,33 Euro/Tag |
| Krankengeld brutto/Tag (70 %) | 133,33 x 70 % | 93,33 Euro/Tag |
| Sozialversicherung (ca. 11 %) | 93,33 x 11 % | 10,27 Euro/Tag |
| Krankengeld netto/Tag | 93,33 - 10,27 | 83,07 Euro/Tag |
| Krankengeld netto/Monat | 83,07 x 30 | 2.491,93 Euro |
Das Krankengeld unterliegt keiner Einkommensteuer, aber dem Progressionsvorbehalt: Es erhöhte den Steuersatz auf dein übrigens Einkommen im selben Jahr.
Krankengeld und Sozialversicherung
Auf das Krankengeld fallen Beiträge zur Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an - aber keine Krankenversicherungsbeitraege. Diese Beiträge werden haelftig zwischen dem Versicherten und der Krankenkasse aufgeteilt. Der Anteil beträgt zusammen rund 10,9 Prozent (2026).

| Versicherungszweig | Gesamtbeitrag | Arbeitnehmer | Krankenkasse trägt |
|---|---|---|---|
| Rentenversicherung | 18,6 % | 9,3 % | 9,3 % |
| Pflegeversicherung (mit Kind) | 3,6 % | 1,8 % | 1,8 % |
| Arbeitslosenversicherung | 2,6 % | 1,3 % | 1,3 % |
| Krankenversicherung | 0 % | 0 % | 0 % |
| Gesamt | 24,8 % | 12,4 % | 12,4 % |
Maximale Bezugsdauer: 78 Wochen
Das Krankengeld wird für maximal 78 Wochen (546 Tage) je Erkrankung innerhalb eines Dreijahreszeitraums gezahlt. Das bedeutet: Erkrankst du wegen derselben Krankheit erneut, zählen die früheren Bezugszeiten mit. Nach dem Ende der 78-Wochen-Frist hast du keinen Anspruch mehr auf Krankengeld - auch wenn du weiterhin arbeitsunfähig bist. Dann kommen in der Regel Erwerbsminderungsrente oder Bürgergeld in Betracht.
Worauf solltest du beim Krankengeld-Rechner besonders achten?
Stand 8. März 2026: Für die Obergrenze zählt in der gesetzlichen Krankenversicherung nur das beitragspflichtige Entgelt bis zur Beitragsbemessungsgrenze.
Warum ist das ausgezahlte Krankengeld niedriger als 70 Prozent vom Brutto?
Schon die Grundformel ist auf 90 Prozent des Nettoverdienstes gedeckelt. Zusätzlich gehen vom Krankengeld in vielen Fällen noch Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab.
Warum sollte man beim Krankengeld nicht nur auf den Bruttowert schauen?
Für die private Finanzplanung zählt vor allem, was nach den typischen Abzügen tatsächlich auf dem Konto landet. Genau deshalb ist die grobe Nettoauszahlung oft hilfreicher als der reine Rechenwert vor Abzügen.
Häufige Fragen zum Krankengeld-Rechner
Wie lange wird Krankengeld gezahlt?
Krankengeld wird maximal 78 Wochen pro Erkrankung innerhalb eines rollierenden Dreijahreszeitraums gezahlt. Der Dreijahreszeitraum beginnt mit dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit. Erkrankst du nach einem Jahr an derselben Krankheit erneut, werden die früheren Zeiten angerechnet. Bei einer neuen, anderen Erkrankung beginnt die 78-Wochen-Frist neu.
Zahlt die Krankenkasse oder der Arbeitgeber?
In den ersten sechs Wochen (42 Tage) zahlt der Arbeitgeber die volle Lohnfortzahlung. Ab dem 43. Tag zahlt die gesetzliche Krankenversicherung das Krankengeld. Der Arbeitgeber ist in dieser Phase nicht mehr zahlungspflichtig. Ausnahme: Bei einem neuen Arbeitgeber oder während der Probezeit kann die Lohnfortzahlungspflicht kürzer sein.
Muss ich Krankengeld versteuern?
Krankengeld ist steuerfrei. Es unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt gemäß Paragraf 32b EStG. Das bedeutet: Das Krankengeld erhöhte deinen persönlichen Steuersatz, der auf dein übrigens zu versteuerndes Einkommen (z.B. Lohnfortzahlung in den ersten sechs Wochen) angewendet wird. In der Jahressteuererklarung musst du das Krankengeld angeben.
Was passiert mit meiner Rente während des Krankengeldberugs?
Während des Krankengeldberugs werden weiterhin Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt - haelftig vom Versicherten und haelftig von der Krankenkasse. Das bedeutet: Der Rentenanspruch läuft während des Krankengeldberugs weiter auf. Die Entgeltpunkte werden auf Basis des Krankengeldes berechnet, nicht des vollen Gehalts.
Wie hoch ist das Krankengeld beim Bezug von Kurzarbeitergeld?
Erkrankst du während Kurzarbeit, wird das Krankengeld auf Basis des tatsächlich erzielten (reduzierten) Entgelts berechnet, nicht des vollen Gehalts vor der Kurzarbeit. Kurzarbeitergeld gilt nicht als Arbeitsentgelt. Das kann zu einem deutlich niedrigeren Krankengeld führen als beim normalen Vollzeitarbeitsverhaeltnis.
Wie genau ist der Krankengeld-Rechner?
Einmalzahlungen, exakte Tageswerte, private Krankenversicherung und Sonderfälle werden nicht vollständig abgebildet. Die Krankenkasse rechnet verbindlich.
Welche Eingaben sind beim Krankengeld-Rechner am wichtigsten?
Die wichtigsten Stellschrauben sind Regelmäßiges Brutto, Regelmäßiges Netto, Kinder in der Pflegeversicherung. Schon kleine Änderungen bei diesen Werten können das Ergebnis spürbar verschieben.
Wann lohnt sich der Krankengeld-Rechner besonders?
Der Rechner ist sinnvoll für Rücklagenplanung bei längerer Krankheit oder zur groben Orientierung vor dem Krankengeldbezug.
Ab wann wird Krankengeld typischerweise relevant?
Meist erst nach dem Ende der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Für längere Krankheitsphasen ist die Schätzung deshalb besonders nützlich, um Rücklagen und laufende Kosten zu planen.