Tagesgeld Zinsen aktuell 2026: Alle Anbieter im Vergleich
Zuletzt aktualisiert: 21.06.2026
Die besten Tagesgeldzinsen 2026 liegen bei bis zu 3,40 % p.a. für Neukunden. Dauerhaft zahlt Openbank 1,80 % p.a. auf das Bestandsguthaben, TF Bank kommt auf 1,45 % p.a. Dieser Artikel zeigt alle aktuellen Angebote mit Daten aus unserer Datenbank (Stand: Juni 2026), erklärt den Unterschied zwischen Aktions- und Standardzins und hilft dir, das richtige Konto zu wählen.
Tagesgeldzinsen im Vergleich 2026: Die besten Anbieter
Die folgende Tabelle zeigt alle Anbieter, die wir aktuell in unserer Datenbank führen. Sortierung: Neukundenzinssatz absteigend.
| Anbieter | Neukundenzins | Bestandskundenzins | Aktionsdauer | Zinsgutschrift | Einlagensicherung |
|---|---|---|---|---|---|
| Consorsbank Tagesgeld | 3,40 % p.a. | 0,80 % p.a. | 3 Monate | jährlich | Deutschland (100.000 EUR) |
| ING Extra-Konto | 3,20 % p.a. | 0,75 % p.a. | 4 Monate | jährlich (31.12.) | Deutschland (100.000 EUR) |
| TF Bank Tagesgeld | 3,00 % p.a. | 1,45 % p.a. | 4 Monate | monatlich | Schweden (ca. 100.000 EUR) |
| Santander Tagesgeld | 2,75 % p.a. | 0,30 % p.a. | 4 Monate | monatlich | Deutschland (100.000 EUR) |
| Openbank Tagesgeld | 2,50 % p.a. | 1,80 % p.a. | 3 Monate | jährlich | Spanien (100.000 EUR) |
| DKB Tagesgeld | 1,00 % p.a. | 1,00 % p.a. | dauerhaft | vierteljährlich | Deutschland (100.000 EUR) |
Hinweis: Comdirect Tagesgeld ist in unserer Datenbank als nicht aktuell markiert und wird hier nicht aufgeführt. Die Tabelle wird bei Datenaktualisierungen sofort angepasst.
Was du aus dieser Tabelle ablesen kannst: Die Spanne beim Neukundenzins ist groß (1,00 bis 3,40 % p.a.), aber nach der Aktionsphase schrumpft das Angebot auf einen Korridor von 0,30 bis 1,80 % p.a. dauerhaft. Wer nur den Aktionszins vergleicht, sieht nur einen Teil des Bildes.
Aktuelle Tagesgeldzinsen 2026: Wo stehen die Zinsen?
Jahrelang stagnierten Tagesgeldzinsen nahe null. Das änderte sich 2022 grundlegend: Die Europäische Zentralbank (EZB) hob den Leitzins in historisch kurzer Zeit von 0 % auf 4,5 % an, um die Inflation zu bekämpfen. Anfangs gaben Banken diese Erhöhungen nur zögerlich weiter; ab 2023 zogen die Konditionen dann spürbar an. Ab 2024 begann die EZB, den Leitzins schrittweise zu senken. Heute liegt der Einlagefazilitätssatz bei ca. 2,25 %. Weitere Senkungen sind realistisch, sofern die Inflation in der Eurozone dauerhaft unter 2 % bleibt.
Was das für Tagesgeldsparer bedeutet: Aktionszinsen von 3 % und mehr werden seltener werden, wenn die EZB weiter senkt. Bestandskundenzinsen wurden und werden noch schneller abgesenkt. Wer heute ein Konto mit hohem Aktionszins eröffnet, sichert sich die höhere Rate für 3 oder 4 Monate, muss danach aber mit niedrigeren Sätzen rechnen.
Die wichtigsten Trends in der Zinsentwicklung 2025/2026:
- Neukundenzinsen sind seit Ende 2023 von ihrem Hochpunkt bei teilweise 4 % wieder gesunken.
- Bestandskundenzinsen bewegen sich zwischen 0,30 und 1,80 % p.a., je nach Anbieter.
- Anbieter ohne klassische Filialstruktur (Openbank, TF Bank) halten höhere Dauerzinsen.
- Die Bandbreite zwischen bestem und schlechtestem Angebot ist bei den Standardzinsen besonders groß (0,30 vs. 1,80 % p.a.).
Aktionszins vs. Standardzins: Was ist der Unterschied?
Ein Aktionszins (oft auch “Neukundenzins” oder “Willkommenszins”) ist ein erhöhter Zinssatz, den Banken für einen begrenzten Zeitraum bieten. Er gilt meist 3 oder 4 Monate und nur für Neukunden, die bisher kein Konto bei dieser Bank hatten. Nach Ablauf gilt automatisch und ohne Kündigung der niedrigere Standardzins (Bestandskundenzins).
Rechenbeispiel für 10.000 EUR Einlage:
| Phase | Anbieter | Zins | Dauer | Zinsen brutto |
|---|---|---|---|---|
| Aktionsphase | Consorsbank | 3,40 % p.a. | 3 Monate | ca. 85 EUR |
| Danach | Consorsbank | 0,80 % p.a. | 9 Monate | ca. 60 EUR |
| Aktionsphase | Openbank | 2,50 % p.a. | 3 Monate | ca. 63 EUR |
| Danach | Openbank | 1,80 % p.a. | 9 Monate | ca. 135 EUR |
Im zweiten Beispiel ist die Jahresgesamtrendite bei Openbank trotz niedrigerem Aktionszins wegen des stärkeren Standardzinses höher. Das zeigt: Wer langfristig plant, sollte nicht nur den Aktionszins, sondern auch den Dauerzins genau prüfen.
Eine weitere Frage, die viele stellen: Beeinflusst das häufige Wechseln des Tagesgeldkontos, um immer wieder den besten Aktionszins zu bekommen, die Schufa? Die kurze Antwort: in der Regel nein. Tagesgeldkonten sind keine Kreditkonten. Die Kontoeröffnung führt zu einer weichen Anfrage (nicht zur bonitätsrelevanten Kreditanfrage). Wer allerdings innerhalb kurzer Zeit sehr viele Konten eröffnet, sollte das im Blick behalten.
Die besten Tagesgeld-Anbieter 2026 im Detail
Consorsbank Tagesgeld
Die Consorsbank (BNP Paribas-Tochter) bietet aktuell den höchsten Neukundenzins im Vergleich: 3,40 % p.a. für die ersten 3 Monate. Der Aktionszins gilt auf bis zu 1.000.000 EUR Einlage, was ungewöhnlich hoch ist. Danach gilt der Standardzins von 0,80 % p.a.
Kein Koppelkonto nötig. Das Tagesgeldkonto lässt sich unabhängig von einem Consorsbank-Girokonto eröffnen. Die Kontoeröffnung läuft vollständig online, entweder über VideoIdent oder bei der Post (PostIdent). Zinsen werden jährlich gutgeschrieben.
Die Einlagensicherung gilt im deutschen System bis 100.000 EUR. Zusätzlich ist die Consorsbank Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands der privaten Banken. Damit sind Einlagen über 100.000 EUR über diesen Fonds abgesichert, solange er zahlungsfähig ist.
Vorteile:
- Höchster Neukundenzins im Vergleich (3,40 % p.a.)
- Hoher Aktionszins-Maximalbetrag (bis 1.000.000 EUR)
- Kein Koppelkonto nötig
- Deutsches Einlagensicherungssystem
Nachteile:
- Standardzins nach 3 Monaten nur 0,80 % p.a.
- Zinsgutschrift nur jährlich (kein monatlicher Zinseszinseffekt)
Zum detaillierten Test: Consorsbank Tagesgeld im Test
ING Extra-Konto
Das ING Extra-Konto ist mit dem Neukundenzins von 3,20 % p.a. (für 4 Monate) knapp hinter der Consorsbank. Der entscheidende Vorteil: Der Aktionszins gilt für Einlagen bis 250.000 EUR, was für Anleger mit größerem Vermögen relevant ist. Danach gilt 0,75 % p.a.
Zinsen werden jährlich zum 31. Dezember gutgeschrieben. Das bedeutet: Wer im Oktober eröffnet und im Dezember Zinsen bekommt, erhält die anteiligen Zinsen für 2 Monate im ersten Jahr. Die Einlagensicherung gilt im deutschen System.
Das ING Extra-Konto setzt kein ING-Girokonto voraus. Die ING ist eine der bekanntesten Direktbanken in Deutschland und bietet eine stabile App und guten Kundenservice.
Vorteile:
- Hoher Neukundenzins (3,20 % p.a.) auf bis zu 250.000 EUR
- Keine Koppelkonto-Pflicht
- Bekannte, etablierte Direktbank
- Deutsches Einlagensicherungssystem
Nachteile:
- Standardzins von 0,75 % p.a. gehört zu den niedrigeren im Vergleich
- Zinsgutschrift nur einmal jährlich am 31.12.
Zum detaillierten Test: ING Extra-Konto im Test
TF Bank Tagesgeld
TF Bank ist eine schwedische Direktbank, die in Deutschland besonders mit dauerhaft hohen Bestandskundenzinsen auffällt. Der Neukundenzins beträgt 3,00 % p.a. für 4 Monate. Danach gilt 1,45 % p.a. dauerhaft. Das ist einer der höchsten Standardzinsen im Vergleich, nur von Openbank überboten.
Zinsen werden monatlich gutgeschrieben, was den Zinseszinseffekt besser nutzt als jährliche Gutschrift. Mindesteinlage ist 1 EUR. Die Einlagensicherung gilt im schwedischen System der Riksgälden bis umgerechnet ca. 1.150.000 SEK (ca. 100.000 EUR, je nach Wechselkurs zum Stichtag).
Vorteile:
- Hoher und dauerhafter Bestandskundenzins (1,45 % p.a.)
- Monatliche Zinsgutschrift
- Keine Mindesteinlage (1 EUR)
- Keine Koppelkonto-Pflicht
Nachteile:
- Schwedische Einlagensicherung (nicht deutsches System)
- Einlagensicherungsbetrag in SEK, leichte Wechselkursunsicherheit
- Weniger bekannte Marke in Deutschland
Zum detaillierten Test: TF Bank Tagesgeld im Test
Santander Tagesgeld
Santander bietet Neukunden 2,75 % p.a. für 4 Monate. Der Bestandskundenzins von 0,30 % p.a. ist der niedrigste im Vergleich, weshalb das Santander Tagesgeld am ehesten als reines Neukundenangebot geeignet ist. Zinsen werden monatlich gutgeschrieben.
Die Einlagensicherung gilt im deutschen System bis 100.000 EUR. Santander Deutschland ist Teil der spanischen Santander-Gruppe, die als eine der größten Banken Europas gilt. Kein Koppelkonto erforderlich.
Vorteile:
- Solider Neukundenzins (2,75 % p.a.)
- Monatliche Zinsgutschrift
- Deutsches Einlagensicherungssystem
- Bekannte europäische Bankengruppe
Nachteile:
- Standardzins von 0,30 % p.a. sehr niedrig
- Kaum attraktiv für Bestandskunden
Zum detaillierten Test: Santander Tagesgeld im Test
Openbank Tagesgeld
Openbank ist die digitale Tochterbank der Santander-Gruppe und in Deutschland seit 2023 aktiv. Das Tagesgeld bietet einen garantierten Neukundenzins von 2,50 % p.a. für 3 Monate. Besonders interessant ist der Dauerzins: 1,80 % p.a. für alle Bestandskunden, oder 2,20 % p.a. wenn monatlich mindestens 1.000 EUR Gehaltseingang auf einem Openbank-Konto eingeht.
Damit ist Openbank die beste Wahl für Sparer, die einen dauerhaft attraktiven Zins ohne häufige Kontowechsel suchen. Die Einlagensicherung gilt im spanischen FGD-System bis 100.000 EUR. Zinsgutschrift erfolgt jährlich.
Vorteile:
- Höchster dauerhafter Bestandskundenzins (1,80 % p.a., mit Gehalt 2,20 % p.a.)
- Keine Koppelkonto-Pflicht
- Garantierter Neukundenzins (kein variables Aktionsangebot)
- Keine Mindesteinlage (1 EUR)
Nachteile:
- Neukundenzins niedriger als bei Consorsbank und ING
- Spanisches Einlagensicherungssystem (EU-konform, aber nicht deutsches System)
- Relativ neue Marke in Deutschland
Zum detaillierten Test: Openbank Tagesgeld im Test
DKB Tagesgeld
Das DKB Tagesgeld ist die einzige Option im Vergleich mit einem dauerhaft festen Zins für Neu- und Bestandskunden: 1,00 % p.a. ohne Aktionsbefristung. Es gibt keinen Zinsabfall nach einer Aktionsphase, was die Planung vereinfacht. Zinsen werden vierteljährlich gutgeschrieben.
Der entscheidende Unterschied zu allen anderen Anbietern: Das DKB Tagesgeld setzt ein DKB-Girokonto als Koppelkonto voraus. Für bestehende DKB-Kunden ist das eine bequeme, wenn auch nicht renditestärkste Option. Wer noch kein DKB-Konto hat, muss zusätzlich das Girokonto eröffnen.
Vorteile:
- Dauerhaft fester Zins, kein Aktionszeitraum
- Kein Risiko eines Zinsabfalls nach Ablauf
- DKB ist eine der renommiertesten deutschen Direktbanken
- Deutsches Einlagensicherungssystem
Nachteile:
- Zins (1,00 % p.a.) unter dem Marktdurchschnitt für Bestandskunden bei anderen Anbietern
- DKB-Girokonto als Koppelkonto erforderlich
- Zinsgutschrift nur vierteljährlich
Zum detaillierten Test: DKB Tagesgeld im Test
Worauf solltest du beim Tagesgeld-Vergleich achten?
Nicht nur der Zinssatz entscheidet, welches Tagesgeldkonto das richtige ist. Diese sieben Kriterien helfen dir bei der Entscheidung:
1. Neukundenzins und Aktionsdauer Prüfe immer, wie lange der erhöhte Zinssatz gilt. Ein 3-Monate-Aktionszins nutzt langfristig deutlich weniger als ein 6-Monate-Angebot (sofern verfügbar). Notiere das Ablaufdatum im Kalender.
2. Bestandskundenzins (Standardzins) Der Dauerzins ist bei langfristiger Betrachtung entscheidender als der Aktionszins. Openbank (1,80 % p.a.) und TF Bank (1,45 % p.a.) liegen hier deutlich vorn.
3. Einlagensicherung In der EU gilt überall die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 EUR pro Einleger und Bank. Wer mehr anlegt, sollte auf mehrere Banken verteilen. Das deutsche System gilt als besonders stabiler Sicherungsfonds; spanisches und schwedisches System bieten denselben Basisschutz.
4. Koppelkonto Nur DKB setzt ein Koppelkonto voraus. Alle anderen Anbieter erlauben die Nutzung mit einem externen Referenzkonto (z. B. dein bestehendes Girokonto bei einer anderen Bank).
5. Zinsgutschrift Monatliche Zinsgutschrift (TF Bank, Santander) ermöglicht Zinseszins schneller als jährliche Gutschrift. Bei üblichen Tagesgeldbeträgen ist der Unterschied gering, aber vorhanden.
6. Maximalbetrag für den Aktionszins ING begrenzt den Aktionszins auf 250.000 EUR, Consorsbank auf 1.000.000 EUR. Wer mehr anlegt, sollte den Maximalbetrag im Blick haben.
7. Mindesteinlage Die meisten Anbieter haben keine oder eine sehr niedrige Mindesteinlage. TF Bank und Openbank akzeptieren ab 1 EUR.
Einlagensicherung: Deutschland, Spanien oder Schweden?
Alle EU-Banken sind gesetzlich verpflichtet, Einlagen bis 100.000 EUR pro Einleger und Institut abzusichern. Die Unterschiede liegen in der nationalen Durchsetzung:
- Deutsches System: Gesetzliche Einlagensicherung (Entschädigungseinrichtung deutscher Banken, EdB) und meist zusätzlich freiwilliger Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands der privaten Banken. Gilt für DKB, ING, Consorsbank, Santander Deutschland.
- Spanisches System: Fondo de Garantía de Depósitos (FGD), gesetzlich bis 100.000 EUR. Gilt für Openbank (Santander-Tochter Spanien).
- Schwedisches System: Riksgälden, gesetzlich bis 1.150.000 SEK. Der Betrag schwankt leicht mit dem SEK/EUR-Kurs. Gilt für TF Bank.
Für Einlagen bis 100.000 EUR ist der Unterschied zwischen den Systemen praktisch nicht relevant, da alle EU-Mitgliedstaaten gesetzlich zur Absicherung verpflichtet sind. Für Einlagen nahe oder über der Grenze empfiehlt es sich, auf das deutsche System zu setzen.
Koppelkonto: Welche Anbieter setzen es voraus?
In unserem Vergleich setzt nur DKB Tagesgeld ein aktives DKB-Girokonto voraus. Alle anderen Anbieter (ING, Consorsbank, Santander, Openbank, TF Bank) erlauben die Nutzung mit einem Referenzkonto einer beliebigen anderen Bank. Das Referenzkonto dient ausschließlich als Zahlungsweg für Einzahlungen und Auszahlungen.
Was ist ein Tagesgeldkonto?
Ein Tagesgeldkonto ist ein verzinstes Sparkonto mit täglicher Verfügbarkeit. Der wesentliche Unterschied zum Festgeld: Es gibt keine feste Laufzeit, kein Zinssatz ist für eine bestimmte Zeit garantiert (außer bei Openbank mit garantiertem Aktionszins) und du kannst dein Guthaben jederzeit auf dein Referenzkonto überweisen.
Der Zinssatz ist variabel. Das bedeutet: Die Bank kann ihn jederzeit anpassen, im Gleichklang mit der EZB-Zinspolitik, aber auch unabhängig davon. Ein für heute angegebener Zins gilt nicht dauerhaft.
Merkmale im Überblick:
- Täglich verfügbar, keine Kündigungsfrist
- Variabler Zinssatz (kann sich jederzeit ändern)
- Keine feste Laufzeit
- Einlagensicherung bis 100.000 EUR in der EU
- Benötigt ein Referenzkonto (externes Girokonto)
- Keine Kontoführungsgebühren (bei allen genannten Anbietern)
- Kein Dispo, kein Überziehen möglich
Ein Tagesgeldkonto ist kein Girokonto. Du kannst damit weder zahlen noch eine Karte bekommen. Es dient ausschließlich der Geldanlage.
Für wen lohnt sich ein Tagesgeldkonto?
Tagesgeld eignet sich besonders gut für bestimmte Ziele und Situationen:
Notgroschen Finanzexperten empfehlen 3 bis 6 Nettomonatsgehälter als liquide Reserve für unvorhergesehene Ausgaben (Autoreparatur, Zahnarzt, Jobverlust). Tagesgeld ist dafür ideal: täglich verfügbar, sicher und verzinst. Der Notgroschen sollte nicht in Aktien oder Festgeld liegen, da dort die sofortige Verfügbarkeit fehlt.
Kurzfristige Sparziele Wer in 6 bis 18 Monaten eine größere Ausgabe plant (Urlaub, Möbel, Auto-Anzahlung), parkt das Geld sinnvoll auf einem Tagesgeldkonto. Die Rendite ist zwar nicht hoch, aber deutlich besser als auf einem Girokonto.
Parkposition für wartende Investments Wer auf eine günstige Kaufgelegenheit bei Aktien oder Immobilien wartet, kann freies Kapital vorübergehend auf dem Tagesgeldkonto verzinsen statt es ungenutzt auf dem Girokonto zu lassen.
Sicherheitspolster im Portfolio Im Rahmen eines ausgewogenen Portfolios bildet Tagesgeld zusammen mit Festgeld den risikoarmen, liquiden Anteil. Es sichert das Kapital und liefert bescheidene, aber reale Erträge.
Wann Tagesgeld nicht geeignet ist:
- Als alleinige Altersvorsorge: Die Rendite liegt langfristig unterhalb der Inflation.
- Für sehr langfristige Ziele über 10 Jahre: ETFs oder andere Kapitalanlagen liefern hier deutlich mehr Rendite.
- Als Tagesgiro-Ersatz: Tagesgeld ist kein Zahlungskonto.
Tagesgeld vs. Festgeld: Was passt besser?
Tagesgeld und Festgeld sind beide sichere Sparformen, unterscheiden sich aber fundamental in Flexibilität und Zinssicherheit.
| Merkmal | Tagesgeld | Festgeld |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit | täglich abrufbar | erst nach Laufzeitende |
| Zinssatz | variabel | für Laufzeit garantiert |
| Laufzeit | keine | 1 Monat bis 10 Jahre |
| Aktueller Top-Zins | bis 3,40 % p.a. (NK) | bis ca. 3,00 % p.a. (12 Monate) |
| Risiko bei Zinssenkung | Zins sinkt mit | Zins bleibt fix |
| Risiko bei Zinserhöhung | profitiert sofort | profitiert nicht |
| Empfohlen für | Notgroschen, kurzfristig | planbare Anlagen |
Wann Festgeld besser ist: Wenn du sicher weißt, das Geld für 12 bis 36 Monate nicht zu brauchen, und wenn du davon ausgehst, dass die EZB den Leitzins weiter senkt, sicherst du dir mit Festgeld den heutigen Zins für die gesamte Laufzeit. Bei weiter sinkenden Zinsen ist Festgeld klar vorteilhafter.
Wann Tagesgeld besser ist: Wenn du Flexibilität brauchst oder unsicher bist, wann du das Geld benötigst. Auch wenn du erwartest, dass die Zinsen steigen oder gleich bleiben, profitierst du beim Tagesgeld sofort von einer Zinserhöhung.
Aktuell sind die Zinsen zwischen Tagesgeld (Neukunden) und 12-Monats-Festgeld vergleichbar. Der beste Neukundenzins beim Tagesgeld (3,40 % p.a. Consorsbank, 3 Monate) übertrifft kurzfristig sogar viele Festgeldangebote. Langfristig (über 12 Monate) bietet Festgeld aber Zinssicherheit.
Mehr dazu: Festgeld anlegen: Anbieter, Zinsen und Laufzeiten im Vergleich
Tagesgeldkonto eröffnen: So geht’s in 5 Schritten
Die Eröffnung eines Tagesgeldkontos dauert in der Regel 10 bis 30 Minuten und ist vollständig online möglich.
- Anbieter wählen
Vergleiche Neukundenzins, Bestandskundenzins und Konditionen mit der Tabelle oben. Entscheide, ob dir ein hoher Aktionszins oder ein dauerhaft guter Standardzins wichtiger ist.
- Online-Antrag ausfüllen
Geh auf die Website des Anbieters, klicke auf “Konto eröffnen” und fülle das Formular mit deinen Daten aus: Name, Adresse, Geburtsdatum, Steuer-ID.
- Identität nachweisen
Die meisten Anbieter bieten VideoIdent an: Du hältst deinen Personalausweis vor die Webcam oder Kamera deines Smartphones und ein Mitarbeiter verifiziert deine Identität per Video in wenigen Minuten. Alternativ gibt es PostIdent am Postschalter. Einige Anbieter erlauben auch eID (Online-Ausweis).
- Referenzkonto angeben
Hinterlege die IBAN deines bestehenden Girokontos als Referenzkonto. Auszahlungen gehen nur auf dieses Konto. Einzahlungen kommen ebenfalls nur von dort. Das schützt vor Missbrauch.
- Geld einzahlen und Zinsen laufen lassen
Überweise den gewünschten Betrag vom Referenzkonto auf das neue Tagesgeldkonto. Die Zinsen laufen ab dem Eingang des Geldes. Bei VideoIdent ist das Konto oft noch am gleichen Tag aktiv.
Häufige Fragen zum Tagesgeld
Wie hoch sind die Tagesgeldzinsen aktuell?
Aktuell (Juni 2026) bieten die besten Anbieter bis zu 3,40 % p.a. für Neukunden (Consorsbank, 3 Monate). Der höchste dauerhafte Bestandskundenzins liegt bei 1,80 % p.a. (Openbank). Alle aktuellen Werte findest du in der Tabelle am Anfang dieses Artikels.
Ist Tagesgeld sicher?
Ja. Alle Einlagen bis 100.000 EUR pro Einleger und Bank sind in der EU durch nationale Einlagensicherungssysteme gesetzlich geschützt. Für Einlagen über 100.000 EUR bei einer einzelnen Bank empfiehlt sich die Verteilung auf mehrere Banken. Einige deutsche Banken (wie Consorsbank, ING) sind zusätzlich in freiwilligen Einlagensicherungsfonds mit höheren Schutzgrenzen.
Kann ich Tagesgeld jederzeit kündigen?
Tagesgeld hat keine Kündigungsfrist. Du kannst dein Guthaben jederzeit auf dein Referenzkonto zurücküberweisen. Die Auszahlung dauert meist 1 bis 2 Werktage. Es gibt keine Strafzinsen oder Vorfälligkeitsentschädigungen.
Beeinflusst ein Tagesgeldkonto die Schufa?
Die Eröffnung eines Tagesgeldkontos führt in der Regel zu einer weichen Schufa-Anfrage, die keine negativen Auswirkungen auf deine Bonität hat. Das ist anders als bei einem Kreditantrag (harte Anfrage). Wer allerdings innerhalb sehr kurzer Zeit viele Konten bei vielen Banken eröffnet, sollte das im Blick behalten, auch wenn Tagesgeldkonten keine Kreditkonten sind.
Muss ich Zinsen aus Tagesgeld versteuern?
Ja. Zinserträge unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag (effektiv 26,375 %; ggf. zzgl. 8 oder 9 % Kirchensteuer). Mit einem Freistellungsauftrag beim Anbieter kannst du Erträge bis 1.000 EUR (Singles) bzw. 2.000 EUR (Ehepaare/eingetragene Lebenspartnerschaften) pro Kalenderjahr steuerfrei stellen (§20 Abs. 9 EStG, gültig seit 2023). Erteile den Freistellungsauftrag direkt bei der Kontoeröffnung oder nachträglich im Online-Banking.
Praxisbeispiel: Wer 10.000 EUR zu 3,00 % p.a. anlegt, erzielt 300 EUR Zinsen brutto. Nach Abgeltungssteuer bleiben ca. 221 EUR netto (ohne Kirchensteuer). Mit ausreichend Freistellungsauftrag entfällt die Steuer vollständig.
Was passiert nach dem Aktionszins?
Nach Ablauf der Neukundenphase (meist 3 oder 4 Monate) gilt automatisch der niedrigere Standardzins. Du erhältst in der Regel keine automatische Benachrichtigung per E-Mail. Es lohnt sich daher, das Ablaufdatum des Aktionszinses im Kalender einzutragen und danach zu prüfen, ob ein Wechsel sinnvoll ist.
Wie viel Tagesgeld sollte ich anlegen?
Als Richtwert gilt: 3 bis 6 Nettomonatsgehälter als Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto, der Rest des Ersparten je nach Risikobereitschaft in Festgeld, Aktien-ETFs oder andere Anlageformen. Wer ausschließlich Tagesgeld nutzt, verzichtet auf die langfristig deutlich höhere Rendite von Aktienanlagen.
Über den Autor:
Max Benz hat einen Master of Science-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Technischen Universität Dresden und ist Geschäftsführer und Gründer von girokonto.io, einer Marke der LBC Finance UG. Er liebt es, alle Daten über Girokonten zusammenzutragen, um so die besten Girokonten zu vergleichen und zu finden.